Psychoanalytisches Seminar Luzern

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Zum neuen Zyklus

Zur Geschichte der Psychoanalyse

 

Das PSL setzt sich über mehrere Semester mit der Geschichte der Psychoanalyse auseinander. Dabei lehnen wir uns inhaltlich an einen Zyklus des Psychoanalytischen Seminars Zürich an, wo in einem Jahreskurs 2010/11 im Rahmen der Weiterbildung spürbar gemacht werden soll, „dass die psychoanalytische Theorie von Menschen gemacht wurde und wird, mit ihren Konflikten und Widersprüchen, in politischen und theoretischen Auseinandersetzungen, deren Ausgang erst nachträglich, wenn überhaupt, überblickt und beurteilt werden kann.“

Damit wollen wir eine genuin psychoanalytische Haltung einnehmen: Einerseits in der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit diese erhellen und fruchtbar machen für die Gegenwart und andererseits aus der Gegenwart einen Blick auf die Vergangenheit werfen, mit dem diese re-konstruiert (oder aber auch de-konstruiert) wird. Dabei können/sollen sich beide Blickrichtungen durchdringen um eine unverstelltere Sicht auf die Psychoanalyse zu ermöglichen, die (mehr) Freiheit in unserem Verständnis, in unserem Denken und in unserer Arbeit schafft. Die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte ist für die Psychoanalyse (also für uns) ein Prozess, dem sie sich (resp. wir uns) nicht entziehen darf, ja der sich vielmehr am Begriff der „unendlichen Analyse“ zu orientieren hat. Was am PSZ jeweils in ganztägigen Seminaren durchgeführt wird, möchten wir am PSL als Vorträge mit anschliessender Diskussion anbieten, womit auch die grosse Arbeit, die in Zürich geleistet wird, gewürdigt werden soll.

Den Zyklus haben wir im Sommersemester 2011 gestartet. Mario Erdheim referierte über das Wien von 1850 bis 1900 und den Zeitgeist, in dem Freuds Entdeckungen entstanden. In der Fortsetzung schaute Roland Müller „noch einmal Freud über die Schulter“ und sprach über die multiplen „Behandlungskonzeptionen“ im Werk von Sigmund Freud. Kurt Koch und Christian Geiger berichteten aus dem Dreieck Freud-Ferenczi-Groddeck.

In diesem Semester wird Pedro Grosz am 21. Oktober über die waghalsigen Entwicklungen psychoanalytischer Theorien zwischen 1900 – 1925 referieren. 

Einen Zeitsprung nach vorne machen Cristina Casagrande und Christian Geiger am 25. November. Sie führen uns ein in die Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland, zur Zeit des Nationalsozialismus und auf die spätere (Nicht-) Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte in der psychoanaly­tic community. Dabei werden sie uns Ausschnitte aus dem Film „Hier geht das Leben auf eine sehr merkwürdige Weise weiter...“ zeigen.

Im neuen Jahr wird Ruth Guggenheim am 20. Januar 2012 ausgehend  von Freuds berühmtester Fallgeschichte, jener vom Wolfsmann, von ihren Reflexionen über die Wechselwirkung von Erzählung und Konzeptent­wicklung berichten.

Schliesslich ein Ausblick auf das Sommersemester, in dem am 23. März mit Karl Abraham ein Hauptprotagonist der psychoanalytischen Bewegung ins Zentrum rückt. Mirna Würgler und Heinz Lippuner werden die zentralen Punkte der „Freud-Abraham – Kontroverse“ nachzeichnen.

Das weitere Programm ist noch in Planung.

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